Indiens Pharmaindustrie ist weiter im Aufwind. Eine hohe wissenschaftliche Qualifikationen, das Potential englischsprachiger Ärzte und Chemiker, modernste Ausstattungen und geringe Kostenstrukturen sorgen dafür, dass das bisher für die Entwicklung und Herstellung von Generika bekannte Land mit Eigenentwicklungen den Weltmarkt beliefern will. “Big Pharma” ist dabei, dieses Ziel durch Forschungskooperationen und Outsourcing der Medikamentenentwicklung zu unterstützen.
Im Mai hatte Merck & Co. verkündet, die Entwicklung von Medikamenten nach Indien zu verlagern. Die BusinessWeek beschreibt in einem Artikel Indiens Weg vom geächteten Patentbrecher zum gefragten Forschungspartner und Hoffungsträger bei neuen innovativen Medikamenten.
Vordringlich sind es die geringeren Kosten, die Indien interessant machen. Nach der BusinessWeek verlangen US-Dienstleister in der Auftragsforschung 250.000 Dollar und mehr pro Jahr für die Dienste eines Chemikers. In Indien sind diese Leistungen für ein Fünftel der Summe zu bekommen. Ein Teil des gesparten Geldes kann in die Entwicklung fließen, damit negative Effekte eines potentiellen Wirkstoffes frühzeitig erkannt werden. Das vermeidet für die Pharmaindustrie teure Fehlschläge und dient der Medikamentensicherheit.
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C.S.N. Murthy, CEO von Aurigene in der BusinessWeek.
Mit dem Outsourcing begegnen die Pharmainunternehmen einem Umstand, den der ehemalige CEO von GlaxoSmithKline (GSK), Jean-Pierre Garnier im Mai in der Harvard Business Review formuliert hatte. Die Schwerfälligkeit des Forschungsapparats und die bürokratischen Strukturen in den Forschungszentren der Pharmaindustrie, die Innovation behindere. Garnier hatte überschaubare, unabhängige Forschunseinheiten vorgeschlagen, mit nicht mehr als 3 Managementebenen zwischen Vorstand und Forschern.
Das Kostenproblem würden solche Strukturen jedoch nur teilweise lösen. Daher wird an Indien bei der Arzneimittelforschung in Zukunft kein Weg vorbei gehen.
Von den Boom der indischen Pharmaindustrie können auch andere Unternehmen profitieren. So hat die Schott AG ein Gemeinschaftsunternehmen mit der indischen Firma Kaisha gegründet, das pharmazeutische Primärverpackungen aus Glas für den indischen Markt herstellen soll.
Foto: reidmix
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