2010-04-23

EuGH erlaubt finanzielle Anreize für Ärzte von Behörden für die Verschreibung preisgünstigerer Arzneimittel

Gesundheitsbehörden dürfen Ärzten finanzielle Vorteile anbieten, um Anreize für die Verschreibung preisgünstigerer Arzneimittel zu schaffen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Urteil am 22. April 2010 festgestellt. Jedoch muss sichergestellt sein, dass die entsprechende Regelung auf objektiven, nichtdiskriminierenden Kriterien beruht. Insbesondere ist die zugrunde liegenden therapeutischen Bewertungen öffentlich zu machen.

Für die Pharmaunternehmen war der Beschluss eine böse Überraschung, hatte doch der Generalanwalt diese Praxis als nicht mit dem EU-Recht vereinbar bewertet. Gewöhnlich schließt sich das Gericht der Stellungnahme des Generalanwalts an.
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EU-weite Datenbank für Medizinprodukte beschlossen

Nach einem Beschluss, den die Europäische Kommission erlassen hat, müssen alle EU-Mitgliedstaaten ab Mai 2011 eine Europäische Datenbank für Medizinprodukte (Eudamed) nutzen. Daten, die von wesentlicher Bedeutung für ihre Sicherheit sind – wie Konformitätsbescheinigungen oder Daten über klinische Prüfungen werden bisher nur auf einzelstaatlicher Ebene gespeichert. Die Datenbank Eudamed soll den Überwachungsbehörden den raschen Zugriff auf solche Daten ermöglichen.
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2009-04-11

Nutzen von Internetforen für an Depression Erkrankte

Internetforen werden von depressiv Erkrankten zunehmend intensiv und parallel zur professionellen Behandlung genutzt. Das zeigt eine Studie der Universität Leipzig, die den Nutzwert des Online-Angebots der Stiftung Deutsche Depressionshilfe untersuchte. In dem professionell moderierten Selbsthilfeforum wurden mittlerweile mehr als 160.000 Beiträge gezählt, täglich kommen etwa 150 weitere hinzu. Registriert sind rund 9.000 Nutzer. Schätzungen zufolge wird das Forum zudem als Informationsquelle von zehn Mal so vielen Besuchern passiv aufgesucht.

Mehr als 60% der Befragten gab an, dass ihr Vertrauen in eine medizinische Behandlung durch die Teilnahme am Online-Diskussionsforum gestiegen sei und sie sich ermutigt fühlten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nach Angaben des Direktors der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig sähen die Nutzer beim Finden von Informationen sowie der Unterstützung und dem Verständnis bezogen auf das spezifische Krankheitsbild ihre Erwartungen erfüllt. Als positive Veränderungen infolge der Nutzung wurden am häufigsten die Verbundenheit mit anderen Betroffenen und eine bessere Akzeptanz der Erkrankung angegeben.

2009-03-12

E-Mails und Telefonkontakte zum Arzt ersetzen Besuche

Erfahrungen des US-Krankenversicherers „Kaiser Permanente“ zeigen, dass Patient, die Kontakt über E-Mail und Telefon zum Arzt haben, seltener persönlich in der Praxis erscheinen. Für Kaiser Permanente war dies ein Ergebnis eines Projekts zur Einführung von elektronischen Patientenakten, das in der Fachzeitschrift „Health Affairs“ veröffentlicht worden ist.

With complete patient data available, unnecessary and marginally productive office visits are reduced or replaced with telephone visits and secure email messaging supported by easy access to patients’ medical records.

2009-03-07

Deutschen skeptisch bei Gesundheitsinfos im Netz

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Wer sich mit der Nutzung des Internets für die Informationen über Medizin und Gesundheit beschäftigt, kann leicht den Eindruck bekommen, dass Deutschland hier gegenüber anderen europäischen Ländern zurückliegt. Dass dies nicht ganz falsch ist, zeigt die repräsentative Befragung Europe Health 2008, bei der das Magazin “Reader’s Digest” über 20.000 Menschen in elf europäischen Ländern zu Gesundheitsthemen befragt hat.

Die Deutschen fühlen sich nach wie vor sehr gut informiert über die Themen Gesundheit, Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten. Gegenüber 2006 ging der Anteil der Befragten, die sich als sehr gut informiert einstuften, zwar leicht zurück von 87% auf 84%. Damit hat Deutschland aber im europäischen Vergleich immer noch einen Platz im Spitzen-Trio, gemeinsam mit den Niederlanden und der Schweiz.

Gegenüber dem Internet herrscht dagegen eher Skepsis. In  Deutschland gaben 27% der Befragten an, dass sie Internetseiten zu Gesundheitsthemen als Informationsquelle nutzen würden. Das war nach Russland (10%) der niedrigste Anteil in den 11 Ländern.

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